Endlich hat es geklappt: Nachdem ich bei der 1. und der 2. Stuttgarter Buchmesse nicht dabeisein konnte, habe ich am 28. März 2026 den Messetag in der Fellbacher Schabenlandhalle in vollen Zügen genossen. Als Jurymitglied für den Stuttgarter Buchpreis durfte ich an der Warteschlange am Eingang vorbeigehen und war noch vor 10 Uhr im Gebäude. Als ich neun Stunden später wieder nach Hause fuhr, war ich glücklich und erfüllt. Was für eine tolle Veranstaltung – und das quasi vor meiner Haustür!
Mein erster Besuch der Stuttgarter Buchmesse
Ein paar Vorbereitungen
Klingt vermutlich unsexy, macht den Messebesuch aber etwas entspannter: Ich habe das Programm, das Ausstellerverzeichnis und den Hallenplan studiert und kam mit einem groben Zeitgerüst in der Schwabenlandhalle an. Ehrlich gesagt habe ich mir sogar den Hallenplan ausgedruckt und mir am Rand notiert, wo ich wen oder was finde … Das Ganze hat mich zuhause ungefähr eine Stunde Zeit gekostet, dafür konnte ich den Messetag entspannt mit einem Kaffee im Gastro-Bereich beginnen, dort auf den Tischen meine Visitenkarten aka Buchzeichen verteilen und war mir sicher, nichts zu versäumen oder zu vergessen, was mir wirklich wichtig war.
Die Messe besuchte ich in meiner Eigenschaft als Lektorin für SelfpublisherInnen in den Genres Romance und Crime sowie als Jurymitglied für den Stuttgarter Buchpreis. Daher habe ich mir diese Eckpfeiler für den Messetag gesetzt:
- Besuch des Hessesaals, wo die Romance-AutorInnen untergebracht waren
- Besuch des Uhlandsaals, wo die Krimi- und Thriller-AutorInnen ihre Stände hatten
- ein Treffen mit der geschätzten Kollegin Gabi Schmid
- Podiumsdiskussion zum Thema „Vom Schreiben leben – geht das?“
- Vortrag zum Thema „Personal Look auf Instagram – wie du dich als Marke positionierst“
- Verleihung des Stuttgarter Buchpreises zum Messeabschluss im Hölderlinsaal

Eintauchen in „meine“ Genres: Romance und Crime
Ich fühlte mich wie ein Fisch im Wasser! Gleich vorneweg: Ich habe keinen Vergleich mit den vorhergehenden Stuttgarter Buchmessen, aber mit der Buch Berlin – viel kleiner, bildet deutlich weniger von der Buch-Bubble ab – und der Leipziger Buchmesse – viiiel größer, überwältigend, da geht ohne Planung gar nix. Das Angebot in Stuttgart fand ich überschaubar und dennoch vielfältig genug. Bin gespannt, wie es nächstes Jahr sein wird, wenn die Messe von der Fellbacher Schwabenlandhalle aufs Stuttgarter Messegelände umzieht!
Eine wichtige Erkenntnis nachdem ich mich durch den Hessesaal und damit durch alle Ausdrucksformen der Romance-Literatur habe treiben lassen: Subgenres sind eine wunderbare Sache! Durch die Entwicklung in den vergangen zehn (?) Jahren, gibt es mittlerweile Nischen für jeden Geschmack. In der Sache geht es letztendlich um eine Liebesgeschichte, darum ob sie sich kriegen und wie sie sich dabei anstellen; auf einem ganz anderen Blatt steht, ob die Hauptfiguren Teenager oder Best Ager sind, homo- oder heterosexuell, ob der Love Interest womöglich ein Vampir oder ein Wolf im Schafspelz ist, welche Rolle der Sex oder die Gewalt in der Geschichte spielt, wo und wann das Ganze stattfindet und so weiter und so fort. AutorInnen können tun und lassen, was sie wollen – und werden immer ihre LeserInnen finden.
Am wohlsten habe ich mich im Mord- und Todschlag-Saal – Pardon, im Uhlandsaal – gefühlt. Vielleicht, weil gerade zwei Krimi-Lektorate auf meinem Schreibtisch liegen? Weil ich am liebsten Krimis lese/höre/sehe? Weil ich im Vorfeld der Messe Krimis für den Stuttgarter Buchpreis juriert und in kürzester Zeit 20 Titel weggelesen habe? Egal – in diesem Genre macht mir so schnell niemand etwas vor. Von Cozy Crime bis Serienmörder-Thriller: Ich bin dabei, ob als Leserin oder als Lektorin. Und – ich gestehe – hoffentlich bald auch als Autorin …
Vom Schreiben leben – geht das?
Tja – beschäftigt uns in der Buch-Bubble diese Frage nicht alle? Die Podiumsdiskussion zu diesem Thema, die im Auberlensaal stattfand, war gut besetzt: Unter der Moderation von Melissa Ratsch unterhielten sich eine Verlegerin (Astrid Behrendt vom Drachenmondverlag), ein Buchhändler (Sebastian Rothfuß von der Fellbacher Buchhandlung Lack), eine Spiegel Bestsellerautorin (Maria Nikolai) und eine Allrounderin (Sandra Effert). Die entspannte und gut gelaunte Runde machte ihrem Publikum klar: Ja, man kann vom Schreiben leben – aber:
- es gehört außer Können auch eine große Portion Glück dazu – Maria Nikolai und ihr großer Wurf „Die Schokoladenvilla“ ist ein gutes Beispiel dafür
- man hat bestenfalls ein zweites Standbein (zum Beispiel bietet Maria Nikolai „Lesungen mit Kinofeeling an, und Sandra Effert wartet auf ihrer Website blumenimkopf mit einer breit gefächerten Expertise in Sachen Schreiben und Beraten auf)
- weil außer den AutorInnen noch viele andere mitwirken und mitverdienen, bis das Buch aus der Fantasie in die Hand der LeserInnen kommt, sollte es realistischerweise einen höheren Preis haben
- nicht ohne Ausdauervermögen, großer Leidenschaft und viel Idealismus

So viele Bookies – Von netten Begegnungen
Die Stuttgarter Buchmesse war der passende Anlass, mit meiner Buchfreundin Tine auf Tour zu gehen. Auf der einstündigen Autofahrt haben wir uns schon mal auf den Tag eingestimmt.
Dann war es mir wichtig, das Gründerteam Stefan und Ann-Katrin persönlich zu treffen. Sie sind für mich ein Phänomen: absolut bodenständig und immer freundlich und gelassen haben sie die Stuttgarter Buchmesse aus dem Boden gestampft und machen sie größer und größer. Nächstes Jahr ziehen sie mit der Veranstaltung um auf das Stuttgarter Messegelände – Hut ab!!! Ach, und außerdem sind sie auch Gründer der Münchner Buchmesse, die erstmals im November 2026 stattfindet.
Erfrischend fand ich es, die beiden Macherinnen vom Podcast Weird Writers live zu erleben.
Etwas mitnehmen konnte ich vom Vortrag von Sheila Serrer. Sie war für die Jungen Verlags- und Medienmenschen da und hat erklärt, wie man sich als Marke auf Instagram positioniert. Ohne Social Media gäbe es keine Buch-Bubble – also ist es umso wichtiger, dass sich dort jedeR so präsentiert, dass er von den richtigen Leuten gefunden wird.
Was mich sonst noch interessiert hat
Leider hat es mir nur zu einer einzigen Lesung gereicht, aber die hat mir definitiv Lust auf mehr gemacht. Es war – wen wundert’s – eine Krimi-Lesung. Katharina Drüppel hat aus ihrem Nordsee-Krimi „Mord und Flut“ vorgelesen. Küstenkrimis gibt es gerade wie Sand am Meer (ha, was für ein passender Vergleich!), und das ist auch gut so. Katharina hat gleich drei Reihen im Programm, in Stuttgart hat sie aus ihrer neuen Levke Tönnens-Reihe vorgelesen, die in Friesland spielt.

Meine Ausbeute
- Ich habe mir Gabi Schmids Buchsatzkompass gekauft, weil ich schon lange tiefer in dieses Thema eintauchen will. Nun schreibt Gabi aber auch Romane. Und da sie mir verraten hat, dass sie gerade eine Reihe abgeschlossen hat und die einzelnen Bände in Bundles zusammengefasst verkauft, habe ich Band 1 bis 3 mitgenommen: Herbststürme, Sternschnuppen-Regen und Hitzeschlacht
- Unter den vielen Liebesromanen sind mir die Bücher von Lene Jansen aufgefallen. Genauer gesagt, ihre Cover. Die sind nämlich wohltuend „clean“. Anders als die meisten Romance-Cover. Ich habe mir „Und dazwischen wir“ mitgenommen – es geht um Lina und Phil, die Anfang vierzig sind, und die Geschichte spielt in Amsterdam. Ich bin sehr gespannt!
- Und dann natürlich Krimis! Man könnte meinen, dass ich als Jurymitglied Ende letzten Jahres genug davon in relativ kurzer Zeit gelesen habe – 20 unterschiedlichste Geschichten musste ich als Mitglied der Vorjury einschätzen und drei davon für die Shortlist vorschlagen. Das war nicht einfach, denn es waren viele richtig gute darunter.
Mit Georg Brun, dessen Olga-Krimi Nr. 5, „Liebesfalle“, ich gelesen habe, bin ich auf der Buchmesse ins Gespräch gekommen – und habe mir gerne die vier ersten Bände der „Olga-Reihe“ aufschwatzen lassen: Der bodenlose Fall, Gewissenlose Wege, Grenzenlose Gier und Venusgold. Wenn das mal nicht Stoff genug für eine aussagekräftige Rezension ist!
Von Silke Ziegler habe ich als Jurorin „Im Sog des Schweigens“ gelesen. An ihrem Stand auf der Buchmesse sind mir gleich die anderen Titel mit dem hellblauen Cover aufgefallen. Dabei handelt es sich nicht um eine Reihe, aber die Krimis spielen alle in Frankreich – und ich konnte mir nicht verkneifen, „Am Ende der Unschuld“ mitzunehmen. Ausschlaggebendes Kaufargument war, dass der Handlungsort Paris ist!!!



Fazit
„Wir sind geflasht“, haben die Veranstalter Stefan und Ann-Katrin am Ende der 3. Stuttgarter Büchermesse verkündet – und dem kann und will ich mich als Besucherin voll und ganz anschließen. Ich lasse das Erlebnis nachwirken, freue mich darauf, meine Mitbringsel zu lesen und bin sehr gespannt, was aus der Stuttgarter Buchmesse im nächsten Jahr wird!!!
Bei der 4. Stuttgarter Buchmesse am 27. Februar 2027 …
… möchte ich gerne wieder als Jurorin dabei sein
Und zwar gerne wieder im Genre Krimi/Thriller.
… würde ich mich gerne auch im Orga- oder Helferteam einbringen
Deshalb werde ich mich an Stefan und Ann-Katrin wenden. Falls etwas daraus wird, werde ich hier berichten!
… werde ich noch schneller vor Ort sein
Bis jetzt war ich vor allem online oder in Berlin und Leipzig unterwegs. Die Buchmesse in Fellbach war eine angenehme Abwechslung – aber das Messegelände, direkt an der A8, toppt den bisherigen Standort nochmal.

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