Selfpublishing gilt vielen noch immer als „die zweite Wahl“ – dabei reicht seine Geschichte bis weit vor Amazon und Kindle zurück, und die heutigen Zahlen zeigen eine Branche, die längst kein Nischenphänomen mehr ist. Hier sind über 100 Fakten, Zahlen und Anekdoten rund um den Selbstverlag – mit besonderem Fokus auf den deutschsprachigen Raum (DACH), ergänzt um internationale Einordnung. Schau dir auch gerne meinen Blogartikel „Warum ich meine Meinung über Selfpublishing geändert habe“ an.


Historie: Selfpublishing gab es schon lange vor dem Internet

International

  1. Berühmte AutorInnen veröffentlichten ihre Werke zeitweise in Eigenregie. Zum Beispiel John Locke, Jane Austen, Emily Dickinson, Nathaniel Hawthorne, Martin Luther, Marcel Proust, Derek Walcott und Walt Whitman. (Wikipedia)
  2. Jane Austens Debütroman „Sense and Sensibility“ erschien 1811 auf eigene Kosten. Sie zahlte ihrem Verleger Thomas Egerton sogar eine Provision auf die Verkäufe. (Poets & Writers)
  3. Beatrix Potter druckte 1901 zunächst nur 250 Exemplare von „The Tale of Peter Rabbit“ im Selbstverlag, nachdem mehrere Verlage abgelehnt hatten. (Book-A-Go-Go)
  4. Charles Dickens veröffentlichte „A Christmas Carol“ 1843 im Selbstverlag, nachdem er mit dem Honorar für „Martin Chuzzlewit“ unzufrieden war. Die Erstauflage von 6000 Exemplaren war innerhalb weniger Wochen ausverkauft. (Publishers Weekly)
  5. Virginia Woolf und ihr Mann Leonard gründeten 1917 die Hogarth Press, um unter anderem ihre eigenen Werke zu veröffentlichen. (Poets & Writers)
  6. Mark Twain gründete 1884 seinen eigenen Verlag. Über ihn brachte er „Adventures of Huckleberry Finn“ sowie die „Memoiren von Ulysses S. Grant“ heraus. (IndieReader)
  7. Arthur Schopenhauer veröffentlichte sein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ über einen Vorläufer des Vanity-Press-Modells. Seine eigene Mutter verspottete ihn deswegen. (Alliance of Independent Authors)
  8. Auch William Blake, James Joyce und Walt Whitman zählen zu den „klassischen“ Selfpublishern der Literaturgeschichte. (Foglio)
  9. James Joyces „Ulysses“ wurde mithilfe der Buchhändlerin Sylvia Beach im Selbstverlag veröffentlicht. Zuvor hatten traditionelle Verlage das Werk wegen angeblicher Obszönität abgelehnt. (Foglio)
  10. Stephen King veröffentlichte mit nur 15 Jahren seine erste Kurzgeschichtensammlung „People, Places, and Things“ über seinen eigenen kleinen Verlag Triad & Gaslight Books. (SelfPublishingWithDale)
  11. Margaret Atwood gewann 1961 mit ihrem privat veröffentlichten Gedichtband „Double Persephone“ die E. J. Pratt Medal. (IndieReader)
  12. In den frühen 2000er-Jahren produzierten US-Anbieter wie Xlibris und iUniverse bereits über 45.000 Titel – für Autorenkosten zwischen 459 und 1.900 US-Dollar. (Publishers Weekly)
  13. Amazon kündigte sein Selfpublishing-Angebot am 10. September 2007 an. Schon zwei Monate später kam der erste Kindle auf den Markt. (Publishers Weekly)
  14. Bewegliche Lettern zum Buchdruck gab es in Korea schon rund 200 Jahre vor Gutenberg. Die Koreaner hatten sich das Prinzip von den Chinesen abgeschaut. (24books.de)
  15. Bereits 1759 veröffentlichte der britische Satiriker Laurence Sterne die ersten beiden Bände von „Tristram Shandy“ im Selbstverlag. (Wikipedia)
  16. Auch Komponisten publizierten selbst: Joseph Haydn veröffentlichte sein Oratorium „Die Schöpfung“ 1800 im Selbstverlag. (Wikipedia)
  17. Irma S. Rombauers „The Joy of Cooking“ wurde ursprünglich (1931) bei einer lokalen Druckerei in Auftrag gegeben, bevor der Verlag Bobbs-Merrill 1936 die Rechte übernahm. 2019 erschien die neunte Auflage. Inzwischen wurden über 20 Millionen Exemplare verkauft. (Wikipedia)

Die Geschichte des Selfpublishings in Deutschland

  1. Die Idee zu Books on Demand (BoD) entstand bereits 1997. Der Buchgroßhändler Libri ließ sich von der damals neuen Print-on-Demand-Technologie inspirieren. Der erste Titel, „Die Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg“, erschien noch 1998 als internes Projekt. (literaturcafe.de)
  2. Damals sprach man noch nicht von „Self-Publishing“, sondern von „Selbstverlegen“. (literaturcafe.de)
  3. Am 1. Januar 2001 wurde die Books on Demand GmbH offiziell als eigenständiges Unternehmen gegründet. Bereits im Dezember 1999 war der 1000. BoD-Titel erschienen. (Wikipedia)
  4. 2006 knackte BoD die Marke von 5 Millionen gedruckten Büchern. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ zeichnete den Anbieter unter dem Motto „Die Erben Gutenbergs“ aus; 2011 folgte der Querdenker Award. (Hamburg Business)
  5. BoD ist heute in neun Ländern aktiv – darunter die gesamte DACH-Region, die skandinavischen Länder, Frankreich und Spanien. Der Anbieter arbeitet mit über 80.000 Autor*innen und 4500 Verlagen zusammen. (bod.de)
  6. Als Verlagsdienstleister hält BoD zusätzlich rund 5 Millionen Backlist-Titel für andere Verlage lieferbar – parallel zum eigenen Selfpublishing-Geschäft. (Börsenblatt)
  7. Rund um die Jahrtausendwende war BoD noch nahezu allein auf weiter Flur. Heute konkurrieren im deutschsprachigen Raum zahlreiche Anbieter wie Tredition (gegründet 2006), Epubli, Neobooks und Tolino Media um die Gunst der AutorInnen. (editionblaes.de)

Zahlen & Statistiken

So groß ist der Markt weltweit

  1. Der globale Selfpublishing-Markt erreichte 2024 rund 1,85 Milliarden US-Dollar. Bis 2033 soll er auf 6,16 Milliarden US-Dollar wachsen. (ISBNDB)
  2. Der US-Markt für Selfpublishing allein wurde 2025 auf 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt, mit einer erwarteten jährlichen Wachstumsrate von 5,7 Prozent bis 2033. (Grand View Research)
  3. Die Branche wächst weltweit mit einer geschätzten jährlichen Rate von rund 16,7 Prozent. (automateed.com)
  4. In den USA wurden 2025 über 4 Millionen Bücher mit ISBN veröffentlicht. Dieses Plus von 32,5 Prozent gegenüber 2024 wurde größtenteils getrieben durch selbstveröffentlichte Titel (3,5 Millionen). (selfpublishing.com)
  5. Selfpublizierte Titel übertrafen 2025 in den USA traditionell verlegte Bücher um mehr als das Fünffache. (selfpublishing.com)
  6. Über Amazon KDP werden jährlich mehr als 1,4 Millionen selbstveröffentlichte Titel freigeschaltet. KDP hält schätzungsweise 65–70 Prozent Marktanteil unter den Selfpublishing-Plattformen weltweit. (automateed.com)
  7. Kindle Unlimited zahlte im Dezember 2025 allein 64,9 Millionen US-Dollar an teilnehmende AutorInnen aus. Die Auszahlungen werden gespeist aus einem monatlichen „Global Fund“ von 61,5 Millionen US-Dollar plus Bonuszahlungen. (booketic.com)
  8. Rund 75 Prozent der selbstveröffentlichten AutorInnen weltweit verdienen laut Analysen weniger als 1000 US-Dollar pro Jahr. Das oberste halbe Prozent erziehlt währenddessen sechsstellige Summen und mehr. (ISBNDB)
  9. Über Amazon KDP liegen die Tantiemen für E-Books je nach Modell zwischen 35 und 70 Prozent. Das ist deutlich höher als viele klassische Verlagstantiemen. (booketic.com)
  10. Im Juni 2025 senkte Amazon KDP die Tantiemen für günstige Taschenbücher und Hardcover von 60 auf 50 Prozent. Das war auch für viele deutschsprachige Print-SelfpublisherInnen eine spürbare Änderung. (ISBNDB)
  11. 2023 verdienten selbstveröffentlichte Autor*innen weltweit 45 Prozent aller E-Book-Tantiemen auf Amazon. (zipdo.co)
  12. Hörbücher wachsen mit rund 26 Prozent jährlich so schnell wie kein anderes Segment der Verlagsbranche. In den USA haben sie inzwischen E-Books beim Marktanteil überholt. (selfpublishing.com)
  13. Verlage, die 2024 den Hörbuchvertrieb in ihr Angebot aufnahmen, verzeichneten im Schnitt über 50 Prozent höhere Tantiemen als reine Print-/E-Book-Verlage. (selfpublishing.com)
  14. Fast 80 Prozent der AutorInnen weltweit empfinden Marketing als größte Herausforderung im Selfpublishing. Im Schnitt investieren sie acht Stunden pro Woche und rund 700 US-Dollar pro Monat in Werbung. (whop.com)
  15. Bookbub-Deals gelten unter Indie-AutorInnen als wirksamste Marketingmaßnahme, gefolgt von Promo-Seiten wie Freebooksy und dem eigenen Autoren-Newsletter. (whop.com)
  16. Weltweit gibt es über 5,31 Milliarden Social-Media-NutzerInnen (2025) – fast 65 Prozent der Weltbevölkerung. Das ist ein riesiges Publikum für Buchmarketing über soziale Kanäle. (whop.com)

Selfpublishing im deutschsprachigen Raum (DACH)

  1. Schätzungen zufolge liegt der Marktanteil von Selfpublishern am deutschen E-Book-Markt zwischen 10 und 15 Prozent – wegen im Schnitt niedrigerer Preise (oft um 2,30 Euro) sogar mit überproportionalem Stückzahl-Anteil. (Selfpublisherbibel)
  2. In deutschen E-Book-Bestsellerlisten stammt gut die Hälfte der gelisteten Titel aus dem Selfpublishing. (BoldBooks)
  3. An der großen Selfpublisher-Umfrage 2025 des Selfpublisher-Verbands nahmen 1723 Personen teil, davon waren 1429 bereits aktive SelfpublisherInnen. 2026 waren es 1389 Teilnehmende. (Selfpublisher-Verband)
  4. 96 Prozent der Teilnehmenden der Umfrage 2026 leben in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – 81 Prozent davon allein in Deutschland, gefolgt von Österreich und der Schweiz. (Selfpublisher-Verband)
  5. Die restlichen Teilnehmenden verteilen sich auf insgesamt rund 22 Länder – von Frankreich über Thailand bis in die USA. Drei Personen bezeichnen sich selbst als digitale NomadInnen. (Selfpublisher-Verband)
  6. 56 Prozent der DACH-SelfpublisherInnen identifizieren sich als weiblich, 42–43 Prozent als männlich, rund zwei Prozent als divers. Der Slogan „Selfpublishing ist weiblich“ bleibt damit weiterhin zutreffend. (Selfpublisher-Verband)
  7. In der Umfrage 2025 stieg der Männeranteil auf 43 Prozent (2024: 30 Prozent) – ein Hinweis auf einen wachsenden Männeranteil im deutschsprachigen Selfpublishing. (Selfpublisher-Verband)
  8. Nur sechs Prozent der DACH-SelfpublisherInnen sind unter 30 Jahre alt, während die Gruppe der über 71-Jährigen bereits 14 Prozent ausmacht. Der Altersschwerpunkt liegt zwischen 51 und 70 Jahren. (Selfpublisher-Verband)
  9. Fast 60 Prozent der DACH-SelfpublisherInnen gehören keinem Verband oder Netzwerk an. 29 Prozent sind im Selfpublisher-Verband organisiert. (literaturcafe.de)
  10. Hauptgrund für die Wahl des Selfpublishings ist laut den Umfragen von 2024 bis 2026 durchgängig die größere kreative Freiheit. Erst an zweiter Stelle steht „keinen Verlag gefunden“ (2024 nur von 33 Prozent gewählt). (Selfpublisher-Verband)
  11. Nur 18 Prozent der befragten DACH-SelfpublisherInnen veröffentlichen zusätzlich auch bei einem Verlag (Hybrid-Autorinnen). Dieser Anteil sinkt leicht sinkt (2024: 20 Prozent). (Selfpublisher-Verband)
  12. 61 Prozent der SelfpublisherIinnen veröffentlichen unter ihrem Klarnamen, ein Drittel nutzt ein Pseudonym. Acht Prozent haben für jedes Genre einen anderen Namen. (Selfpublisher-Verband)
  13. 85 Prozent der DACH-SelfpublisherInnen veröffentlichen ihre Titel standardmäßig als Taschenbuch – noch vor dem E-Book (71–72 Prozent). Hardcover folgt mit 37 Prozent, Hörbücher mit gerade einmal sechs Prozent. (Selfpublisher-Verband)
  14. Bei den beliebtesten E-Book-Plattformen führt Amazon KDP mit 610 von rund 1400 Teilnehmenden, vor Tredition (530) und BoD (254). (Börsenblatt)
  15. Unter den Print-on-Demand-Anbietern liegt Tredition mit 51–60 Prozent klar vorn, vor KDP Print / Amazon (24 Prozent) und BoD (21 Prozent); tolino media (acht bis zwölf Prozent) und epubli (acht Prozent) folgen im Mittelfeld. (literaturcafe.de)
  16. Bei den professionellsten SelfpublisherIinnen (Umsatz ab 2500 Euro/Monat) sind 78 Prozent seit sechs Jahren oder länger im Geschäft – Erfolg braucht demnach Zeit. (Selfpublisher-Verband)
  17. 56 Teilnehmende der Umfrage 2025 erzielten einen durchschnittlichen monatlichen Umsatz von 2000 Euro oder mehr. Das sind 18 weniger als 2024 (damals 74 Teilnehmende). (Selfpublisher-Verband)
  18. Bei den „Profis“ (2.000+ Euro/Monat) ist „Liebesroman“ mit 38 Prozent das mit Abstand ertragreichste Hauptgenre – gefolgt von Krimi und Fantasy. (Selfpublisher-Verband)
  19. 63 Prozent der „Profi“-SelfpublisherInnen erzielen einen monatlichen Umsatz von 4000 Euro oder mehr. 75 Prozent von ihnen betrachten das Schreiben inzwischen als Hauptberuf (2024 noch 84 %). (Selfpublisher-Verband)
  20. 27 Prozent der professionellen SelfpublisherInnen bieten überhaupt keine Hörbücher an – wenn doch, dann am häufigsten in den Genres Liebesroman, Fantasy und Krimi. (Selfpublisher-Verband)
  21. Trotz aller Erfolgsgeschichten: Rund 78 Prozent der deutschsprachigen SelfpublisherInnen erzielten 2025 einen durchschnittlichen Bruttomonatsumsatz von unter 200 Euro – mehr als die Hälfte lag sogar unter 50 Euro. (Lesering.de)
  22. Nur sieben bis acht Prozent der befragten DACH-AutorInnen erzielten 2025 vierstellige Monatsumsätze ab 1000 Euro. (Lesering.de)
  23. Mehr als die Hälfte der deutschsprachigen SelfpublisherInnen betreibt das Schreiben als reines Hobby, ein Drittel im Nebenberuf und nur rund 13–14 Prozent hauptberuflich (2024 lag der Hauptberufs-Anteil noch bei 19 Prozent). (Autorenwelt / literaturcafe.de)
  24. 24 Prozent der Teilnehmenden der Umfrage 2025 waren älter als 66 Jahre – also im Rentenalter. (Autorenwelt)
  25. 18 Prozent der DACH-SelfpublisherInnen bilden sich laut Umfrage 2026 gar nicht weiter. 2024 waren es zehn Prozent, 2025 elf Prozent. Die Fortbildungsbereitschaft sinkt also tendenziell. (literaturcafe.de)
  26. Nur bei Investitionen ab etwa 1000 Euro pro Titel kann laut Verband von einem professionellen Lektorat ausgegangen werden – das trifft auf 41–46 Prozent der DACH-SelfpublisherInnen zu; 56 Prozent geben für eine Veröffentlichung unter 500 Euro aus. (Börsenblatt)
  27. 75 Prozent der professionellen SelfpublisherInnen erhielten 2025 einen Amazon-Bonus (z. B. aus dem KU-Fonds) – ein Zeichen dafür, wie stark viele von Amazon abhängig sind. (Selfpublisher-Verband)
  28. Englisch ist mit 61,8 Prozent die häufigste Zielsprache für Übersetzungen deutschsprachiger Selfpublishing-Titel, vor Französisch, Spanisch und Italienisch. (Lesering.de)
  29. Schon 2016 gaben 90 Prozent der befragten deutschsprachigen SelfpublisherInnen an, wegen der vollen inhaltlichen Kontrolle in Eigenregie zu veröffentlichen – fast 90 Prozent vertrieben ihre Werke damals bereits über den Online-Handel. (Statista)
  30. Allein im deutschsprachigen Raum erscheinen jährlich mehr als 58.000 neue Selfpublishing-Titel. (wetherid.com)
  31. BoD arbeitet inzwischen mit über 70.000 AutorInnen zusammen und verzeichnet rund 140.000 Printtitel. E-Books kommen noch obendrauf. (Börsenblatt)
  32. BoD schüttet jährlich über fünf Millionen Euro Honorar an seine AutorInnen aus. (bod.de)
  33. Rund die Hälfte des Umsatzes im deutschen Buchmarkt wird laut BoD-Geschäftsführung auch im Zeitalter von Amazon nach wie vor über den stationären Buchhandel erzielt. (Hamburg Business)

Erfolgsgeschichten

Deutschsprachiger Raum

  1. Nele Neuhaus begann als Selfpublisherin: Ihr Debüt „Unter Haien“ verkaufte sich per Print-on-Demand innerhalb weniger Tage 500-mal. Ihre Taunuskrimi-Reihe kommt inzwischen auf über fünf Millionen verkaufte Exemplare in Deutschland und erschien in 20 Ländern. (BoldBooks)
  2. Der Berliner Thriller-Autor hinter „Berlin Gothic“ verkaufte seine siebenteilige Reihe zunächst als Selfpublishing-E-Book, bevor sie 2013 im Knaur-Verlag als Print erschien. (BoldBooks)
  3. Nika Lubitsch schaffte es 2012 mit ihrem Krimi „Der 7. Tag“ auf Platz 2 der Amazon-Kindle-Jahresbestsellerliste – direkt hinter „Fifty Shades of Grey“ und noch vor vielen Verlagstiteln. Das Buch war zugleich das meistgeliehene E-Book des Jahres und wurde später fürs ZDF verfilmt. (literaturcafe.de)
  4. Amazon zählte 2012/13 mindestens acht deutsche SelbstverlegerInnen, die durch ihre E-Books jeweils über 100.000 Euro verdient hatten. (literaturcafe.de)
  5. Das Autoren-Duo B.C. Schiller (Barbara und Christian Schiller) verkaufte mit seiner Krimireihe um Kommissar Tony Braun über 250.000 E-Books und verdrängte mit dem dritten Band sogar Dan Brown von Platz 1 der Amazon-Krimi-&-Thriller-Charts. Heute leben beide als freie AutorInnen von ihren Büchern. (Amazon KDP)
  6. Die über KDP schreibende Krimi-Autorin Elke Bergsma wurde mit ihren beiden ersten Ostfrieslandkrimis „Windbruch“ und „Das Teekomplott“ praktisch über Nacht zur Bestsellerautorin. Inzwischen hat sie über 150.000 E-Books verkauft. (Amazon KDP)
  7. Poppy J. Anderson verkaufte mit ihrer „Titans of Love“-Reihe über eine Million E-Books, bevor sie später auch bei Rowohlt veröffentlichte. (kreativ-schreiben-lernen.de)
  8. Catherine Shepherd wurde mit ihrer Zons-Krimireihe zur Selfpublishing-Millionärin und veröffentlicht parallel über ihren eigenen Kafel-Verlag. (BoldBooks)
  9. Eine deutschsprachige Romantasy-Autorin (bekannt unter dem Pseudonym Marah Woolf) verkaufte über drei Millionen Romane, ohne je zu einem großen Publikumsverlag zu wechseln. Ihr Roman „WiccaCreed. Zeichen & Omen“ stieg direkt auf Platz 3 der Spiegel-Bestsellerliste ein. (kreativ-schreiben-lernen.de)
  10. Emily Bold schaffte es 2011 mit ihrem ersten historischen Liebesroman „Gefährliche Intrigen“ unter die Top 20 der Amazon-Jahresbestseller, bevor sie zur gefragten Verlagsautorin bei Ullstein, Montlake Romance und Thienemann-Esslinger wurde. (kreativ-schreiben-lernen.de)
  11. Frank Thelen durchbrach 2020 mit seinem im Eigenverlag „Frank Thelen Media“ veröffentlichten Buch „10 x DNA“ als einer der ersten Selfpublishing-Titel überhaupt die Spiegel-Bestsellerliste. (expertenbuch-schreiben.de)
  12. Der Physiker, Journalist und Autor Matthias Matting zählt mit über 50 selbst veröffentlichten Büchern zu den bekanntesten deutschsprachigen Selfpublishern und ist Gründungsmitglied des Selfpublisher-Verbands. (kreativ-schreiben-lernen.de)
  13. Autorin C. R. Scott verkaufte innerhalb der ersten zweieinhalb Jahre als hauptberufliche Selfpublisherin mehr als 400.000 Bücher und landete regelmäßig in den Top 5 der Kindle-Charts sowie auf der Bild-Bestsellerliste. (Selfpublishing-Buchpreis Jury 2020)
  14. Cornelia Lotter gab 2015 ihren Brotjob auf, um freie Autorin zu werden – nach Jahren mit zwei- bis niedrigen dreistelligen Monatsumsätzen verdient sie inzwischen mehrere Tausend Euro im Monat, unter anderem mit Romanen zur NS-Zeit. (literaturcafe.de)
  15. Ayse Tuncöz, eine deutsche Kochbuchautorin mit türkischen Wurzeln, führte mit einem selbstveröffentlichten Kochbuch für leichte türkische Küche wochenlang die Amazon-Bestsellerlisten an und überholte dabei bekannte internationale Köche wie Jamie Oliver. (editionblaes.de)
  16. Monika Reidegelds Buch „Tim“ über ihren Adoptivsohn mit FASD (Fetales Alkoholsyndrom) fand über die Buchszene hinaus Beachtung, als die Zeitschrift Brigitte einen ausführlichen Artikel darüber veröffentlichte. (editionblaes.de)

Internationale Erfolgsgeschichten

  1. Amanda Hocking wollte ursprünglich nur 300 US-Dollar für Muppets-Konzertkarten verdienen – am Ende ihrer Selfpublishing-Karriere hatte sie über 1,5 Millionen Bücher verkauft und mehr als kzwei Millionen US-Dollar verdient, bevor sie 2011 einen Vier-Buch-Vertrag über 2 Millionen US-Dollar mit St. Martin’s Press unterschrieb. (Reedsy)
  2. E.L. James‘ „Fifty Shades“-Trilogie begann als Twilight-Fanfiction und wurde zunächst über einen kleinen australischen Verlag selbst veröffentlicht. Bis 2012 standen alle drei Bände gleichzeitig auf den Top-3-Plätzen der New-York-Times-Bestsellerliste, mit über 150 Millionen verkauften Exemplaren weltweit. (Publishers Weekly / spines.com)
  3. Andy Weir veröffentlichte „The Martian“ zunächst kapitelweise kostenlos auf seiner eigenen Website, bevor er es für 99 Cent bei Amazon KDP anbot. Später kaufte Random House die Druckrechte für über 100.000 US-Dollar Vorschuss. Der Film mit Matt Damon spielte weltweit über 630 Millionen US-Dollar ein. (Reedsy)
  4. Hugh Howeys Kurzgeschichte „Wool“ kostete beim Start nur 0,99 US-Dollar – aus Leser-Nachfrage wurde daraus eine fünfteilige Serie und schließlich ein kompletter Roman, der die Science-Fiction-Bestsellerlisten eroberte. (Writers Workshop)
  5. Bella Forrest veröffentlichte ihre Reihe „A Shade of Vampire“ im Rapid-Release-Verfahren – über 80 Bände in fünf Jahren, mit monatlichem Veröffentlichungsrhythmus. (Writers Workshop)
  6. James Redfield verschenkte die ersten 1500 Exemplare seines selbstverlegten Romans „Die Prophezeiungen von Celestine“, bevor er die restlichen 100.000 Exemplare aus dem Kofferraum seines Autos verkaufte. Später griff Warner Books zu, und das Buch verkaufte sich weltweit über fünf Millionen Mal. (ghostwritersandco.com)
  7. Michael J. Sullivan sammelte über 100 Absagen, bevor er seine Reihe „The Riyria Revelations“ selbst veröffentlichte. Bei 2500 verkauften Exemplaren pro Monat wurde der Verlag Orbit (Hachette) auf ihn aufmerksam. (Reedsy)
  8. Christopher Paolini war erst 15 Jahre alt, als er mit „Eragon“ begann, das er mit Unterstützung seiner Eltern 2002 im Selbstverlag veröffentlichte. Die Reihe verkaufte sich später über 35 Millionen Mal. (buchpanda.de)
  9. Mark Dawson nutzte seine tägliche 90-minütige Zugfahrt zur Arbeit, um seinen ersten Roman zu schreiben – heute gilt er als einer der erfolgreichsten Indie-Thriller-Autoren mit über einer Million verkauften Büchern. (Writers Workshop). Er betreibt die Website Self Publishing Formula.
  10. Margaret Atwood, heute vor allem bekannt durch „Der Report der Magd“, begann ihre literarische Karriere 1961 mit einem selbst verlegten Gedichtband. (ghostwritersandco.com)
  11. Der Roman „Still Alice“ von Lisa Genova, später mit Julianne Moore verfilmt (Oscar für die beste Hauptdarstellerin), wurde nach wiederholten Verlagsabsagen 2007 zunächst im Selbstverlag veröffentlicht. Die Autorin verkaufte ihn anfangs aus dem Kofferraum ihres Autos, bevor Simon & Schuster 2009 übernahm. (buchpanda.de)
  12. Colleen Hoover ist die erste selbstveröffentlichte Autorin, die es an die Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste schaffte – ihr Debüt „Weil ich Layken liebe“ erschien zunächst als reines Selfpublishing-E-Book. (Book-A-Go-Go / kreativ-schreiben-lernen.de)

Genres, Zielgruppen & Marketing

  1. Bei den DACH-Selfpublisherinnen dominieren bei den Hauptgenres Belletristik (allgemein), Fantasy und Liebesromane. Bei den Männern liegen Krimis klar vorn, gefolgt von Liebesromanen und Thrillern. (Selfpublisher-Verband)
  2. Der Selfpublishing-Buchpreis („Selbie“) des Selfpublisher-Verbands ist mit 24.000 bis 30.000 Euro dotiert und wird traditionell im Rahmen der Frankfurter oder Leipziger Buchmesse verliehen. (Börsenblatt)
  3. 2022 wurden für den Selfpublishing-Buchpreis, der seit 2017 vergeben wird, 1231 Titel eingereicht. 2022 wurden erstmals die Gewinner-Titel in alle 330 Filialen der Buchhandelskette Thalia aufgenommen. (Autorenwelt)
  4. Bereits 2017 wurde mit dem „Deutschen Selfpublishing-Preis“ (Vorläufer, initiiert von MVB und Selfpublisher-Verband) ein Preis mit Medialeistungen im Wert von über 80.000 Euro vergeben. (Autorenwelt)
  5. Romance ist mit rund 40 Prozent Marktanteil das dominierende Genre der US-E-Book-Verkäufe; 2023 gehörten 58 Prozent der meistverkauften Amazon-E-Books zum Genre Romance. (zipdo.co / whop.com)
  6. BookTok hat inzwischen über 200 Milliarden Aufrufe und mehr als 36 Millionen Videos unter dem Hashtag angesammelt. 45 Prozent der TikTok-NutzerInnen geben an, schon einmal ein Buch nach einem BookTok-Video gekauft zu haben. (manuscriptreport.com)
  7. Bücher, die auf BookTok viral gehen, verzeichnen im Schnitt einen Verkaufsanstieg von rund 600 Prozent. (manuscriptreport.com)
  8. Suchanfragen nach dem Begriff „independent author“ stiegen weltweit in den letzten fünf Jahren um 165 Prozent. (whop.com)

KI & Zukunftstrends im Selfpublishing

  1. 61 Prozent der deutschsprachigen Selfpublisher*innen gaben in der Umfrage 2026 an, bereits KI-Tools für Recherche, Grafikdesign, Social-Media-Content oder Übersetzungen zu nutzen. Im Vorjahr lehnten noch 58 Prozent den Einsatz ab. (literaturcafe.de)
  2. BoD startete bereits im August 2022 die Schreibplattform „WriteControl“ für AutorInnen. Seit September 2023 stehen dort integrierte KI-Tools zur Verfügung, die Texte zugleich vor Text- und Data-Mining schützen sollen. (Wikipedia)
  3. Microsoft gründete mit „8080 Books“ einen eigenen, auf Sachbücher spezialisierten Verlag – der Name spielt auf den historischen Intel-8080-Prozessor an. (Prinz Rupi)
  4. Auch TikTok plant eigene Verlagsaktivitäten, was zeigt, wie eng Social Media und Buchbranche inzwischen verzahnt sind. (Prinz Rupi)
  5. Anbieter wie Spines bieten inzwischen komplette KI-gestützte Publishing-Pakete an. Angeblich werden diese bereits von über 1500 AutorInnen genutzt – vom Manuskript bis zum fertigen Cover. (Prinz Rupi)
  6. KI-generierte Inhalte fluten laut Branchenbeobachtern zunehmend Plattformen wie Amazon KDP, was Sichtbarkeit für „echte“ AutorInnen zusätzlich erschwert. Sichtbarkeit auf Amazon ist ohne bezahlte Werbung kaum noch zu erreichen. (buchmarkt.de)
  7. Der KDP Global Fund für Kindle Unlimited ist innerhalb von zwei Jahren von unter 50 Millionen auf über 60 Millionen US-Dollar monatlich gewachsen. (buchmarkt.de)
  8. Seit Dezember 2025 erlaubt Amazon KDP den DRM-freien Download von E-Books in den Formaten EPUB und PDF, was ab 2026 für mehr Vertriebsflexibilität sorgen soll. (Grand View Research)
  9. Kurzvideos auf TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts gelten inzwischen als eigenständiger, wirksamer Entdeckungskanal für Bücher – nicht nur bei Romance und Young Adult. (getbooksreviewed.com)
  10. Moderne KI-Videotools erlauben es EinzelautorInnen inzwischen, kinoreife Buchtrailer und animierte Szenen komplett allein zu produzieren. (getbooksreviewed.com)

Kuriositäten & Wissenswertes

  1. Der Upload eines Manuskripts bei Amazon KDP, Tredition oder BoD dauert bei geübten AutorInnen oft keine zwei Stunden – der Weg zu den ersten Verkäufen an unbekannte Leserinnen kann dagegen Jahre dauern. (wetherid.com)
  2. 24 der erfolgreichsten deutschsprachigen SelfpublisherInnen schrieben gemeinsam einen Krimi („24 Stunden – 24 Autoren“), in dem jeder eine eigene Figur aus dem persönlichen Bücheruniversum einbrachte. (Selfpublisherbibel)
  3. Lutz Kreutzer, Initiator des Self-Publishing-Day, schrieb ironischerweise ein Buch mit dem Titel „Platz 1 bei Amazon“ – das tatsächlich mehrfach Platz 1 verschiedener Bestsellerlisten erreichte. (BoldBooks)
  4. Selbstgemalte, amateurhafte Cover gehören laut Branchenbeobachter*innen zunehmend der Vergangenheit an – ein Zeichen für die wachsende Professionalisierung der Branche. (lesen.net)

Quellen: Selfpublisher-Verband e.V., Books on Demand (BoD), literaturcafe.de, Börsenblatt, Autorenwelt, Selfpublisherbibel, Alliance of Independent Authors, Publishers Weekly, Poets & Writers, Wikipedia, ISBNDB, Grand View Research, booketic.com, Reedsy, whop.com, gitnux.org, manuscriptreport.com, buchmarkt.de, u.a. – Links jeweils direkt bei den Fakten.

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