Mondphasen. Jahreskreisfeste. Jahreszeiten. Vielleicht denkst du jetzt: Und das soll etwas mit meinem Romanprojekt zu tun haben? Vielleicht gehörst du eher zu den rationalen Menschen. Vielleicht denkst du beim Schreiben zuerst an Dramaturgie, Figurenentwicklung oder den täglichen Wordcount – und nicht an Vollmond oder Mittsommer.

Das kann ich gut verstehen. Denn natürlich musst du nicht auf Mondphasen achten, um ein Buch zu schreiben. Und nein: Dein Roman wird nicht automatisch besser, nur weil gerade Neumond ist.

Aber vielleicht hilft dir ein anderer Blick auf deinen kreativen Prozess. Denn Schreiben verläuft selten linear. Es gibt Phasen voller Ideen und Energie – und Zeiten, in denen alles stockt. Momente der Klarheit und solche, in denen wir eher zweifeln, sortieren oder loslassen müssen. Genau hier können Jahreszeiten, Mondphasen oder Jahreskreisfeste zu einer hilfreichen Inspiration werden: nicht als starre Regel, sondern als sanfte Orientierung.

Kurz erklärt: Worum geht es dabei eigentlich?

Die Natur verändert sich im Laufe des Jahres ständig – und doch kehren bestimmte Muster immer wieder: Es gibt Zeiten des Wachstums, des Rückzugs, des Erntens und des Neubeginns. Und oft erleben wir kreative Prozesse ganz ähnlich.

Wenn wir diese äußeren Rhythmen bewusst als Impuls nutzen, kann das helfen,

  • das eigene Schreiben freundlicher zu betrachten,
  • Druck herauszunehmen,
  • bestimmte Phasen besser einzuordnen
  • und wieder mehr Verbindung zum eigenen Projekt zu spüren..

Vollmond, Neumond & Co.: Wie kannst du solche Energie fürs Schreiben nutzen?

🌑 Neumond: Der Moment für neue Ideen

Der Neumond steht symbolisch für Neubeginn und Intention.

Für AutorInnen kann das ein schöner Zeitpunkt sein, um sich zu fragen:

  • Welche Geschichte möchte gerade von mir erzählt werden?
  • Was wünsche ich mir für mein aktuelles Projekt?
  • Welchen nächsten Schritt möchte ich in meinem Schreibprojekt gehen?
  • Was möchte ich in den kommenden Wochen für mein Schreiben bewusst in den Fokus nehmen?
  • Welche neue Möglichkeit oder Wendung darf ich meinem Projekt erlauben?
  • Welche Intention möchte ich für mein Schreiben setzen (z.B. mutiger schreiben, regelmäßiger, spielerischer, mit mehr Vertrauen in die eigene Stimme …)?

Neumond muss dabei nicht bedeuten, sofort alles umzusetzen. Oft reicht es schon, einen Gedanken bewusst festzuhalten oder eine neue Richtung zuzulassen.

🌕 Vollmond: Klarheit und Erkenntnisse

Beim Vollmond wird sichtbar, was sich entwickelt hat.

Vielleicht kennst du das: Plötzlich erkennst du, warum eine Szene nicht funktioniert. Oder dir wird klar, worum es in deinem Roman eigentlich geht.

Vollmond eignet sich wunderbar für:

  • Reflexion,
  • Überarbeitung,
  • das Aufspüren von Konflikten und Widersprüchen,
  • oder die Frage: Was darf jetzt deutlicher werden?

Manchmal zeigt uns der Vollmond auch, wo etwas zu viel geworden ist – zu viele Ideen, zu viele Ansprüche, zu viele offene Baustellen. Dann ist Reduktion genauso wertvoll wie Wachstum.

🌸 Jahreskreisfeste und Jahreszeiten: Schreiben im Rhythmus des Jahres

Auch die Jahreszeiten und keltischen Jahreskreisfeste können inspirierende Impulse liefern.

  • Imbolc (1. Februar) steht für erste kreative Funken: Was beginnt gerade ganz leise in dir?
  • Ostara (20. oder 21. März) erinnert an Neubeginn und Wachstum: Welche Idee darf endlich sichtbar werden?
  • Der Herbst wiederum lädt eher dazu ein, loszulassen, zu ordnen und zu überarbeiten.

Natürlich musst du dich dabei an keine festen Regeln halten. Aber manchmal hilft genau dieser Perspektivwechsel:
Nicht jede Phase muss produktiv aussehen.

Warum weise ich immer wieder auf äußere Rhythmen hin?

Mir geht es bei diesen Impulsen nicht darum, Schreiben zu mystifizieren.

Und auch nicht darum, dass du deinen Schreiballtag plötzlich nach Mondkalender planst.

Vielleicht helfen dir diese Bilder einfach dabei,

  • freundlicher mit dir selbst umzugehen,
  • kreativen Druck loszulassen,
  • oder dein Projekt wieder mit mehr Freude zu betrachten.

Denn Schreiben ist nicht nur Technik. Es ist auch Verbindung – mit Geschichten, Emotionen und manchmal eben auch mit den eigenen inneren Rhythmen.

Schreib dich durchs Jahr ✨

Wenn du solche Impulse magst:

Auf meinem Instagram-Account findest du regelmäßig meine Reihe „Schreib dich durchs Jahr“, in der ich Schreibanregungen passend zu Mondphasen, Jahreszeiten und Jahreskreisfesten teile.

Und wenn du dir Begleitung für deinen ganz eigenen Schreibprozess wünschst:

Im AutorInnen-Plausch schauen wir gemeinsam auf dein Projekt – ganz ohne Druck, aber mit viel Raum für Klarheit, Austausch und neue Perspektiven.