Susanne Wagner ruft an jedem 8. eines Monats dazu auf, mit achtsamer Wahrnehmung acht Momente zu sammeln und sie in einem Blog zu dokumentieren. Als ich im Laufe des Januar auf diese Blogparade gestoßen bin, war mir klar: Da mache ich mit! Mehr noch: Ich habe die Teilnahme sogar zu einem Punkt meiner 3-Monats-Planung gemacht.

Mir gefällt, dass mein erster achtsamer Beitrag auf einen Sonntag fällt. Obwohl die Wochentage bei mir als Selbständige oft ineinanderfließen, hat der Sonntag meist einen besonderen Stellenwert.

Apropos Stellenwert: „Eigentlich“ hat für mich Achtsamkeit auch einen ganz besonderen Stellenwert. Ich habe sogar eine Ausbildung am DFME zur Achtsamkeitstrainerin absolviert. Leider leider lasse ich den Alltag viel zu oft das bewusste Erleben von Moment zu Moment verdrängen. Umso wertvoller finde ich Susannes Blogparade. Ich war sehr gespannt, zu was sie mich inspiriert. Das ist dabei herausgekommen:

Seit Anfang des Jahres schreibe ich wieder Morgenseiten: Jeden Tag zehn Minuten lang das Gehirn entleeren. Aufschreiben, was gerade da ist. Ohne Zensur, ohne Bewertung. Das ist Achtsamkeit mit dem Stift – und ein guter Start in den Tag, finde ich.

Zur Feier des Tages habe ich heute beim Duschen ganz bewusst meine Sinne geöffnet: Anstatt „schnell-schnell“ habe ich beim Einseifen und Eincremen hingespürt und meine Nase vom Duft der Pflegeprodukte verwöhnen lassen.

Badezimmer auf und den Blick schweifen lassen: bewölkt, trocken, die Natur noch im Winterschlaf. Hingehört: Vogelgezwitscher, ansonsten sonntägliche Ruhe. Tief eingeatmet: Es riecht nach Frühling! Die frische Luft kitzelt in meinen Lungen.

Etwas für den Geschmackssinn: Mein Chai Latte vereint viele Gewürze, und ich versuche, einige davon herauszuschmecken. Zurzeit sind das vor allem Nelken.

Nicht immer koche ich achtsam. Oft bin ich in Gedanken schon bei meiner nächsten Aufgabe und höre nebenher ein Hörbuch an. Heute habe ich es anders gemacht: In aller Ruhe die Zutaten vorbereitet, gemischt, gebraten, geköchelt, die sich verändernden Duftnoten wahrgenommen, die Konsistenz dessen, was da in der Pfanne nach und nach gedieh.

Und dann gab es wieder etwas zum Fühlen und Schmecken: cremig, weich, warm, leicht scharf – für mich war es Soulfood.

Tja, und dann kam eine Mail vom Deepak Chopra Team, um mich an den morgen beginnenden 21-Tage-Meditationskurs zu erinnern. Erst gestern habe ich erfahren, dass Deepak Chopra in den Epstein files auftaucht. Wie soll ich da „nicht werten“? Was ich wahrnehme: Große Enttäuschung; mein Vertrauen und mein Respekt sind zerstört. Deshalb habe ich am Ende der Mail „auf diesen Link“ geklickt, weil ich keine Informationen von Deepak Chopra mehr erhalten möchte.

Fluch und Segen der sozialen Medien: Ohne sie hätte ich vielleicht viel weniger Probleme mit meinem Dopamin-Haushalt, aber dank diesem Online-Webinar von Jens werde ich in Zukunft sicher bewusster sein, was dieses Thema anbelangt. Deshalb zähle ich auch die Teilnahme an dem Webinar zu einem der acht Moment für diesen Blogbeitrag.